Hautelastizität: So verbessern Sie die Spannkraft der Haut!

Laura Lindemann

09. JUNI 2021

Straffe Haut im Alter: Das hilft gegen den Elastizitätsverlust

Faltenfreie, glatte Haut ist für viele auch im Alter ein Schönheitsideal. Dabei verliert die Haut schon ab einem Alter von 30 Jahren zunehmend an Elastizität und Spannkraft und es kommt früher oder später zu schlaffer Haut und Falten. Neben dem Alter spielen vor allem der Feuchtigkeitsgehalt der Haut und die Hautoberfläche eine Rolle. Jetzt lesen, was sich im Alter verändert und wie die Elastizität der Haut möglichst lang aufrechterhalten werden kann! 

hautelastizität verbessern

Inhaltsverzeichnis

  • Beschaffenheit der Haut: Das verändert sich im Alter
  • Diese Faktoren wirken sich negativ auf die Hautelastizität aus
  • So lässt sich die Elastizität der Haut verbessern

Die Haut produziert im Alter weniger Kollagen, Elastin und Hyaluronsäure.


Beschaffenheit der Haut: Das verändert sich im Alter

Die Haut schützt den Körper vor schädigenden Umwelteinflüssen und reguliert den Wärmehaushalt. Sie kann Wirkstoffe aufnehmen, speichert Wasser und Fett und sorgt dafür, dass Stoffwechselprodukte ausgeschieden werden. Auch an der Vitamin-D-Produktion ist sie maßgeblich beteiligt.


Neben den körperwichtigen Funktionen prägt sie auch unser äußeres Erscheinungsbild. Die Lederhaut, die sich unterhalb der äußerlich sichtbaren Oberhaut befindet, hat ein dichtes Bindegewebe und bestimmt die Spannkraft und Elastizität der Haut. Die Fasern des Bindegewebes bestehen hauptsächlich aus den Proteinen Kollagen und Elastin.


Eine junge Haut ist reich an Kollagen und Elastin, weshalb sie straff und glatt ist. Je älter wir werden, desto stärker lässt die Produktion der beiden Proteine nach. Beispielsweise sinkt der Kollagenspiegel pro Jahr um etwa 1 %. Dadurch wird das Bindegewebe geschwächt und die Haut verliert an Festigkeit, Volumen und Widerstandskraft. Auch bereits bestehende Falten vertiefen sich.

Neben der Kollagen- und Elastinproduktion verringert sich mit zunehmendem Alter auch die Produktion von Hyaluronsäure. Der Stoff hält die Feuchtigkeit in der Haut und polstert sie auf. Lässt die Produktion nach, trocknet die Haut schneller aus und erschlafft.

kollagenproduktion im alter

Vor allem bei Frauen spielt zusätzlich auch das Hormon Östrogen eine entscheidende Rolle. Das Geschlechtshormon fördert die Speicherung von Wasser in der Haut und reguliert die Bildung von Kollagen. Insbesondere zu Beginn der Menopause, wenn der Östrogenspiegel beginnt, stark abzusinken, geht ein Großteil des Kollagens in der Haut verloren. Die Haut kann deshalb weniger Feuchtigkeit und Fett binden. Sie wird trocken und verliert an Spannkraft.

Sonne, eine ungesunde Lebensweise, Schlafmangel und die Luftverschmutzung sorgen für oxidativen Stress.


Diese Faktoren wirken sich negativ auf die Hautelastizität aus

Äußere Faktoren können dafür sorgen, dass der Hautalterungsprozess deutlich schneller voranschreitet als üblich. Dadurch wird die Faltenbildung gefördert und die Haut verliert ihre jugendliche Festigkeit und Strahlkraft.

Maßgeblich verantwortlich ist der sogenannte oxidative Stress. Im Körper werden infolge freie Radikale freigesetzt, die die Hautzellen schädigen und die Hautalterung begünstigen. Die nachfolgenden Umwelteinflüsse lösen oxidativen Stress aus:

Sonneneinstrahlung

Eine vorzeitige Hautalterung wird zu über 80 % durch schädigende UV-Strahlung verursacht. Die UVA-Strahlen bilden tief in der Unterhaut freie Radikale. Die Struktur der Haut wird geschwächt und sie altert schneller. Die UVB-Strahlen sind hauptsächlich für Sonnenbrände und damit verbundenen langfristigen Hautschäden verantwortlich. Hierzu zählen auch Altersflecken. 

Ein ungesunder Lebensstil: Nikotinkonsum und unausgewogene Ernährung

Vor allem das Rauchen sorgt für oxidativen Stress in der Haut, da in den Zigaretten viele schädigende Chemikalien enthalten sind. Der Nikotinkonsum wirkt sich in jeder Hinsicht negativ auf die Hautalterung aus: Er fördert die Faltenbildung, den Verlust von Volumen und sorgt so für schlaffe, fahle Haut.


Während eine unausgewogene Ernährung das Hautbild negativ beeinflussen kann, trägt eine vitaminreiche Ernährung (vor allem Vitamin A, C und E) aufgrund der enthaltenen Antioxidantien dazu bei, dass die freien Radikale zerstört werden können und die Hautalterung langsamer voranschreitet.

Schlafmangel

Der Schlaf ist ein oftmals unterschätzter Einflussfaktor. Nicht nur der Körper braucht ausreichend Schlaf, um sich zu erholen. Auch die Haut benötigt die Ruhephase, um sich zu regenerieren und die Widerstandsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Nur im Schlaf wird ein Hormon ausgeschüttet, das zur Erholung der Haut beiträgt. Fehlt dies, wird die Haut zunehmend dünner und bildet Falten.

Luftverschmutzung

Die Verschmutzung der Luft kann dazu führen, dass der Körper die schädigenden freien Radikale freisetzt. Außerdem verstärkt die Luftverschmutzung die Einwirkung der UV-Strahlung auf die Haut und fördert so oxidativen Stress.

Für glatte Haut sollte vorbeugend gehandelt werden: Die richtige Pflege und Ernährung helfen viel. Geschädigte Kollagenfasern können nicht mehr repariert werden.


So lässt sich die Elastizität der Haut verbessern

Grundsätzlich lässt sich der altersbedingte Elastizitätsverlust nicht stoppen. Wer jedoch darauf achtet, sich ausreichend mit Sonnenschutz gegen die UV-Strahlung zu schützen, genügend schläft und sich ausgewogen ernährt, hat schon einiges dafür getan, die Elastizität der Haut länger zu erhalten.


Um möglichst lang glatte Haut zu haben, sollte vorbeugend gehandelt werden. Wurden die elastischen Fasern einmal geschädigt, gibt es bislang keine Möglichkeit, sie wieder zu reparieren. Im Optimalfall sollte die Kollagenproduktion von innen und außen stimuliert werden.

Hautpflege

Mit der richtigen Hautpflege kann die Haut vor schädigenden Umwelteinflüssen und somit freien Radikalen geschützt werden. Vor allem die Vitamine A, C und E sind reich an Antioxidantien und werden in Form von Cremes oder Seren angeboten. Die Vitamine sind besonders wichtig für die Produktion von Kollagen, indem sie die Enzymaktivität im Bindegewebe anregen. Sie straffen die Haut optisch und sorgen für Strahlkraft. Durch die exfolierende Wirkung (Vitamin C und Retinol) wird außerdem die Zellerneuerung angekurbelt.


Cremes, die reines Kollagen enthalten, sind demgegenüber meist nicht so effektiv. Sie hinterlassen einen angenehmen Film, der der Haut oberflächlich Feuchtigkeit spendet. Das Kollagen kann aufgrund seiner Molekülgröße in dieser Form nicht in die tieferen Hautschichten eindringen.

Ernährung: Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel

In Form von Trinkampullen können die Kollagen-Bausteine (Peptide) hingegen gut vom Körper aufgenommen werden. Sie gelangen über den Blutkreislauf in die Zellen, die für die Kollagenproduktion zuständig sind, die sogenannten Fibroblasten. Diese sollen durch die Kollagen-Peptide dazu angeregt werden, mehr körpereigenes Kollagen zu produzieren. Dadurch strafft sich das Bindegewebe und die Haut wird frischer.

Solche Trinkampullen sollten jedoch dauerhaft oder mindestens für 3 Monate eingenommen werden, da es dauert, bis der Stoffwechsel angeregt wird. Erste Verbesserungen zeigen sich meist nach etwa 4 Wochen.


Bei den meisten Präparaten ist jedoch fraglich, ob die Haut tatsächlich sichtbar straffer wird. Es gibt Studien, die eine Verbesserung der Hautelastizität und Faltentiefe durch die Einnahme von Kollagen nachweisen. Jedoch ist die Veränderung so minimal, dass sie mit bloßem Auge kaum sichtbar sind.


Sicherlich hilfreich ist eine ausgewogene Ernährung. Für eine gute Hautgesundheit sind vor allem folgende Nährstoffe und Vitamine relevant:

  • Kupfer: natürlicher Schutz vor UV-Strahlung (trägt zur Hautpigmentierung bei) und stärkt das Bindegewebe
  • Jod & Zink: unterstützen beim Erhalt normaler Haut
  • Vitamin A (Retinol), B7 (Biotin), B2 (Riboflavin): unterstützen den Erhalt normaler Haut und fördern das Zellwachstum
  • Vitamin C: fördert die körpereigene Bildung von Kollagen
  • Vitamin E: schützt die Zellen vor oxidativem Stress

Massagen und Wechselduschen

Regelmäßige Massagen halten die Haut elastisch, insbesondere in Kombination mit Hautölen wie beispielsweise Nachtkerzenöl. Das Öl spendet zusätzlich Feuchtigkeit und enthält besondere Fettsäuren, die die Kollagen-Fasern stärken.

Ebenso können Wechselduschen dazu beitragen, die Durchblutung der Haut anzuregen. Dadurch wird die Elastizität der Haut verbessert.


QUELLEN

  • Bjørklund, G. & Chirumbolo, S. (2017). Role of oxidative stress and antioxidants in daily nutrition and human health. Nutrition (33). 311-321. DOI: 10.1016/j.nut.2016.07.018 
  • Zwick, Y. (2017, 27. September). Die Haut: Aufbau, Funktion und Krankheiten. https://www.springerpflege.de/hautpflege/hauterkrankungen/haut-aufbau-funktion-und-krankheiten/15089698